Christian Naujoks

Kannst du hören, wie du hörst? Die Bewegung deines Trommelfells? Das Flirren mikroskopisch kleiner Härchen?

10.10. – 20.11.2026
Eröffnung 09.10.2026, 19:00

Christian Naujoks künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Musik, bildender Kunst und künstlerischer Forschung. Er entwickelt Arbeiten, die den Vorgang des Hörens in seiner Fragilität adressieren und Körper und Klang als prozessuales Ereignis erfahrbar machen. Dabei versteht der Künstler Komposition als ein erweitertes Arbeitsfeld, in dem sich räumliche und soziale Vorgänge in unterschiedlichen Medien und Situationen entfalten. Seine interdisziplinäre Arbeitsweise umfasst Soundinstallationen, Film, grafische und textuelle Notationen, skulpturale Arbeiten, Musikstücke sowie partizipative und performative Setzungen.

Für den Kunstverein Bielefeld entwickelt der Künstler eine neue mehrkanalige Soundarbeit und erweiterte Hörsituationen. Die Arbeit untersucht den Übergang von Sprache in Musik und das Auflösen von Sprache in Geräusch. Stimme, gesprochene Texte, Rhythmus und Klang werden zu kompositorischem Material und greifen ineinander über. Ein Interesse der Ausstellung liegt darin, wie sich Gehörtes im Körper festsetzt, erinnert und zu einer Spur werden kann. Etwas versinkt, anderes tritt wieder an die Oberfläche; Vergangenes kehrt als inneres Rauschen, Geräusch oder Empfindung in die Gegenwart zurück.

Naujoks’ Auseinandersetzung mit dem Hören und Nicht-Hören setzt bei der Vielfalt individueller Hörerfahrungen an und öffnet den Blick für unterschiedliche Bedingungen und Möglichkeiten von Hörbarkeit. Diese Perspektive findet auch in einem eigens für die Soundarbeit entwickelten Text Ausdruck, der einer Denkbewegung folgt, die das Hören aus seinem gewohnten Verständnis herauslöst. Ausgehend vom Schall und den physischen Vorgängen des Hörens – dem Vibrieren der Luft, der Bewegung des Trommelfells, dem Flirren kleinster Härchen – führt er in das Innere von Hörerfahrung. Die Frage „Kannst du hören, wie du hörst?“ wird dabei zu einer Frage nach der Durchlässigkeit der Grenzen und den Übergängen des Zuhörens.

Die Ausstellung richtet den Blick auf Situationen des gemeinsamen Wahrnehmens und Folgens: Ein gedrucktes Wort kann neben einem gesprochenen stehen, ein Blick einen Klang ergänzen, eine Geste Verständigung ermöglichen.

Die Ausstellung knüpft an die diesjährige Auseinandersetzung des Kunstvereins Bielefeld mit dem Sinnesorgan „Ohr“ an und führt die Recherche zu vielfältigen Formen des Hörens und zu sensorischer Vielfalt weiter.

Kuratiert von Victoria Tarak.

KUNSTVEREIN BIELEFELD
Welle 61
33602 Bielefeld

Do–Fr 12:00–18:00
Sa–So 13:00–19:00
Mo–Mi nach Vereinbarung
An Feiertagen geschlossen

T +49 (0) 521.17 88 06
F +49 (0) 521.17 88 10
kontakt@kunstverein-bielefeld.de

Termine:

  • 09.10.2026, 20:00

    Konzert

    von Christian Naujoks
    im Rahmen der Ausstellungseröffnung

  • 10.10.2026, 12:00

    ARTIST TALK

    Christian Naujoks im Gespräch mit Victoria Tarak

  • 18.10.2026, 17:00

    Sonntagsführung

  • 21.10.2026, 18:00

    Kuratorinnenführung

    Führung mit Victoria Tarak (Direktorin)

  • 01.11.2026, 17:00

    Sonntagsführung

  • 11.11.2026, 12:00

    Mittagsführung

    Führung mit Charlotte Mergenthaler (Wissenschaftliche Volontärin – Kuratorische Assistenz)

  • 15.11.2026, 15:00

    Kuratorinnenführung

    Führung mit Victoria Tarak