ARTOTHEK

07.03. – 17.05.2026

In den 1960er- und 1970er-Jahren entstand in Deutschland ein kulturpolitisches Klima, das durch gesellschaftliche Öffnung und Demokratisierung geprägt war und die Bedeutung von Kunst für die Öffentlichkeit stärker ins Blickfeld rückte. Vor diesem Hintergrund entstanden Artotheken – Orte, an denen Kunstwerke ausgeliehen und in private wie öffentliche Räume gebracht werden können. So wird Kunst im Alltag erfahrbar und ein Experimentieren mit ihrer Wirkung jenseits klassischer Ausstellungsräume möglich.

Welche Formen der Begegnung lassen sich durch das Prinzip der Ausleihe entdecken? Welche Perspektiven auf Privatheit und Öffentlichkeit eröffnen sich?

In Anlehnung an Hannah Arendts Verständnis von Öffentlichkeit als einem Raum des Erscheinens – in dem Menschen und ihre Handlungen füreinander sichtbar werden – lässt sich die Idee von Artotheken als eine Praxis begreifen, die solche Öffentlichkeiten hervorbringen kann. Indem Kunstwerke ausgeliehen und in neue Kontexte überführt werden, entstehen kleine, temporäre Öffentlichkeiten: Räume des Erscheinens, in denen künstlerische Arbeiten Resonanzen stiften und einen Austausch von Wahrnehmungen, Gedanken und Erfahrungen ermöglichen.

Artothek des Kunstverein Bielefeld

Die Artothek des Kunstverein Bielefeld steht im Zentrum eines besonderen Projektes, das neue und wiederentdeckte Arbeiten in einer prozessorientierten, temporären Setzung präsentiert, um die Artothek als Ort von Begegnung und Teilhabe neu erfahrbar zu machen. Zwischen März und Mai 2026 ist die Artothek, die sonst in der Stadtbibliothek Bielefeld beheimatet ist, mit einer Auswahl ausleihbarer Arbeiten in den Räumen des Kunstvereins zu finden.

1978 aus einer gemeinschaftlichen Initiative heraus gegründet und seither durch Ankäufe stetig erweitert, umfasst die Artothek des Kunstverein Bielefeld heute über 750 gerahmte Grafiken, Fotografien, Zeichnungen und Druckgrafiken des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Bestand wächst kontinuierlich und vereint Arbeiten regionaler, nationaler und internationaler Künstler:innen.

Mit der temporären Setzung im Kunstverein Bielefeld begegnen sich künstlerische Positionen verschiedener Generationen, die unterschiedliche künstlerische Strategien vereinen – von konzeptuellen Ansätzen über fotografische Bildmittel und medienreflexive Arbeiten bis hin zu zeichnerischen, druckgrafischen oder installativen Verfahren – treten dabei in einen offenen Dialog und verhandeln Fragen nach Bild, Raum, Körper und Gesellschaft.

Die temporäre Setzung der Artothek in den Räumen des Kunstvereins Kunsverein umfasst künstlerischer Arbeiten von Christiane Baumgartner, Dan Graham, Otto Umbehr, Friederike Feldmann, Christine Gensheimer, Dirk Stewen, Katharina Sieverding, Peter Freese, Birgit Brandis, Imke Brunzema, Eske Schlüters, Horst Janssen, Mika Springer, Luca Finkl, Volker Renner, Lowell Nesbitt, Jana Topel, Aimilia Theofilopoulos, Annette Kelm, Marcel Odenbach, Ré Soupault, Nedko Solakov, Leon Golub, Ina Barfuss, Gabriele Undine Meyer, Barbara Schmidt, Kay Rosen, Walid Raad, Asta Gröting, Gerrit Frohne-Brinkmann, André Lützen, Zilla Leutenegger, Monica Bonvicini, Fritz Brill, Friedrich Einhoff, Georges Adéagbo, Sarah Schumann, Leo Teufel, H.A.P. Grieshaber, Christian Schad, Gert und Uwe Tobias, René Magritte, Rainer Pöhlitz, Karin Hattenkerl, John Heartfield, Hartmut Böhm, Maria Bernard, Susanne Walter, William Anastasi, Friederike Steinmann, Timm Ulrichs, Alf Welski, Johannes Grützke, Isabel Krisch-Wemper, Katja Kabo Borchert, Anna Jaquemard, Anna Oppermann, Malte Oing, Ruth Baumgarte, Friedrich Diehl, Markus Vater, Thomas Huber, Minna Ennulat, Nanne Meyer, Heinrich Zille, Yves Netzhammer, Tobias Zielony, Mac Zimmermann, Olaf Holzapfel, Anna und Bernhard Blume, Hermann Diestelhorst, Thomas Beyrle, Dorothea B. Nolting, Linda McCue, Johann Wolfgang von Goethe, Asana Fujikawa, Thomas Scheibitz, Mark Dion, Karl Korab, Paul Spengemann, Henrik Hold, Hartmund Böhm, Erwin Heerich, Klaus Staeck, Almuth Hickl, Peter August Böckstiegel, Hilla und Bernd Becher, Volker Detlef Heydorn, Arthur Illies, Jens Lausen, Felix Droese, Joseph Beuys, Christoph Ruckhäberle, Nadira Husain, Thomas Schütte, Monika Möller, Karl-Heinz Meyer, Edmund Kesting, Kaspar Thomas Lenk, László Moholy-Nagy, Robert F.K. Scholtz, Petit Frère, Rudolf Hausner, Stephan Balkenhol, Marisa Rosato, Ulrike Struck, Petit Frère, Lorenz Müller-Morenius, Hann Trier, Barbara Schmidt, Georg Tappert, Friedrich Gräsel, Dieter Lott, Oskar Holweck, Lars Rosenbohm, Kaspar Thomas Lenk, Stefan Marx, Nora Schattauer, Rosemarie Trockel, Wolff Buchholz, Dan Graham, Tobias Zielony, Jeanne Faust, Don Eddy, Gisela Wölbing, Joséphine Kowalewski, Hermine Oberück, Stephan Balkenhol, Paul Flora, Rudolf Wernitz, Vera Brüggemann, Gerhard Kurt Müller, Daniela Djukic, Klaus Peter, Hubertus von Pilgrim Brehmer, Erwin Heerich, Anne Flore, Rudolf Bonvie, Jan Fuchs und Timo Katz, Ralf De Moll und Christiane Dellbrügge, Bastian Muhr, Ulf Freyhoff, Dieter Roth, Franz Roh, Dieter Krieg, Nakahara Kazuki, Ruth May, Andreas Paul Weber, Peter Angermann, Wolfgang Rüppel, Johannes Grützke, Christel Linkerhägner.

Ein Gemeinschaftsprojekt des Kunstvereins Bielefeld.

Foto: Fred Dott

KUNSTVEREIN BIELEFELD
Welle 61
33602 Bielefeld

Thu - So 12:00 – 18:00
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